„Zeig ihnen, wie man Spass hat“ von Nicole Flattery

„Ich bin mir nicht sicher“, sagt Lucy. „Ich bin mir nicht sicher. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das kapiert habe.“

Felicitas Lieblingszitat, S. 163.

Inhalt

Dass Kritiker vorschlagen, es könnte sich bei den acht Frauen in „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ von Nicole Flattery um ein und dieselbe Person halten, dafür mangelt es uns an Verständnis. Denn die Erzählungen über Episoden im Leben von acht Frauen, die sich im urbanen und ländlichen Irland zutragen, sind grundverschieden. Was sie verbindet ist einzig, dass sie aus ihrer Welt fallen, die jeweils starrer nicht sein könnte. Jede der acht Frauen ist wie ein Buckel im Asphalt: Wo man sie zum Bersten bringt, tauchen sie andernorts wieder auf. Echte Verbindungen entstehen nur zwischen den Charakteren. Besonders deutlich wird das in unser beider Favorit „Abtreibung: Eine Liebesgeschichte“, in dem Natasha und Lucy ihre Abtreibungserfahrung in einem gemeinsamen Theaterstück verarbeiten, das in quasi-dramaturgischem Stil das Endkapitel der Geschichte bildet.

Rezension

Flatterys Bruch mit der Lesegewohnheit ist bestechend, er kreiert im Lesen durchaus einen hungrigen Sog. Jedoch lässt die Erzählweise so vieles ungesagt, dass sie den Leser praktisch aussperrt. Das mag vielleicht auch der Form geschuldet sein. Aber dennoch macht das nicht nur die Leseerfahrung zuweilen sperrig, es kann leider auch als Oberflächlichkeit (miss-)verstanden werden.

Wir würden die Kurzgeschichten nur einzeln weiterempfehlen und sind uns unsicher, ob wir den Band so wieder in den Druck geben würden. Gespannt sind wir jedoch darauf, was die Debütantin Flattery erschaffen kann, wenn sie sich den Raum eines Romans leistet.

Shownotes

00:33   |   Begrüßung: Wir bleiben zu Hause!

01:15   |   Was ist deine Lieblingsbeschäftigung zur sozialen Distanzierung?

03:21   |   Zwischen Tür und Angel: Inhaltsangabe

03:53   |   Beschreibe dein Verhältnis zu dem Buch in einem Gericht!

06:18   |   Erzählweise

10:56   |   „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ / „Süßholz“ 

13:39   |   Textform Kurzgeschichte

14:24   |   Alltäglichkeit vs. Absurdität

15:37   |   Unzuverlässiges Erzählen / Trauma

17:15   |   „Abtreibung: Eine Liebesgeschichte“

25:13   |   „Die Aufnahme“ / „Papagei“

31:27   |   „Du wirst mich vergessen, bevor ich dich vergesse“

33:42   |   „Noch nicht das Ende“

39:08   |   Geschichtenübergreifende Zusammenhänge

43:22   |   Lieblingszitat

47:38   |   Würdest du das Buch noch einmal in den Druck geben?

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