„Süsswasser“ von Akwaeke Emezi

Inhalt

In einem Marmorraum treffen sie aufeinander: die Ọgbanje in Form eines unpersönlichen Wirs, das im Körper der Ada gefangen ist. Als Tochter der Ala ist Ada das Kind der Schlange, denn durch das Wasser ist alles verbunden und das Süßwasser kommt aus dem Mund der Python. Seit ihrer Geburt leben in Ada Geister der Igbo-Kultur. Durch traumatische Ereignisse formen sie sich zu eigenen Charakteren aus Facetten der Persönlichkeit der Protagonistin. „Süsswasser“ von Akwaeke Emezi erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die zwischen zwei Kulturen und in sich selbst gefangen ist. Die Ogbjanje schützen Ada vor Zurückweisung, dem Trauma ihrer Vergewaltigung und übernehmen die Kontrolle über den Körper, in dem sie gemeinsam gefangen sind. In Inneren Dialogen kämpfen die Ọgbanje und Ada um die Handlungshoheit, sondern auch mit dem christlichen Glauben und den Brüderschwestern der Igbo-Kultur.

Rezension

„Süsswasser“ hat uns durch seine einzigartige Erzählweise zum Nachdenken gebracht. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität versprachlicht Konflikte im eigenen Körper. Es wird deutlich, dass Ada weniger über eine gespaltene Persönlichkeit verfügt, als dass ihre durch Traumata geformten Persönlichkeitsmerkmale eine eigene Stimme erhalten. Der Roman stellt die innere Zerrissenheit seiner Protagonistin in den Mittelpunkt und zeichnet eine Welt, in der eine Frau aus und an sich selbst herauswächst. Wir sehen den Titel in guter Gesellschaft in der literarischen Tradition als neuen Vertreter des magischen Realismus.

Der Debütroman von Akwaeke Emezi erschien erstmals 2018 bei Faber. Wir haben die ebenfalls 2018 erschienene deutsche Übersetzung gelesen, erschienen bei Eichborn.

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Shownotes

00:30 | Begrüßung

01:20 | Das Universum hat uns erhört!

02:45 | Zwischen Tür und Angel: Inhaltszusammenfassung

03:28 | Beschreibe dein Verhältnis zu dem Buch in einem Gericht!

05:26 | Figurenkonstellation

06:40 | Erzählweise

07:10 | Die Ogbanje

10:50 | Asughara

12:37 | Multiperspektivität

15:10 | Identifikationspotential, Körperlichkeit

17:40 | Asugharas Geburt

23:40 | Schuld und Unschuld

28:30 | Entfremdung und Spiritualität

32:48 | Fluidität

35:55 | Die Schlange und ewige Wiederkehr

38:11 | Magical Realism

40:49 | Männliche Gewalt

42:35 | Lieblingszitat

47:04 | Ist das ein feministisches Buch?

48:55 | Würdest du das Buch wieder in den Druck geben?

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