Felicitas

Ich bin kein Freund davon, über mich selbst zu schreiben, aber wenn ich es muss, dann bestimmen drei Schlüsselwörter meine Beschreibung: Bücher, Kunst und Fußball.

Bücher begleiten mich schon immer. Ob vorgelesen, als Hörbuch oder selbst gelesen: Ich habe alles verschlungen. Spätestens seit ich in der Oberstufe in einer Buchhandlung gearbeitet habe, ist mir klar, dass ich nicht nur „Was mit Medien“ studieren möchte, sondern „Was mit Büchern“. So kam ich dann auch nach Mainz und bin bis heute geblieben. In der Gutenbergstadt Buchwissenschaft zu studieren, erschien mir passend und bis heute bin ich sehr froh genau das studiert zu haben.

Sich mit allem rund um das Buch zu beschäftigen, sei es Verlagswesen, Bibliothekswesen, Gestaltung oder historische Forschung, fasziniert mich und führte dazu, dass ich in der Buchbranche einige Praktika absolviert habe.

Als ich zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium das Glück hatte in Amsterdam am Goethe-Institut ein Praktikum zu absolvieren, wurde ich mit den Worten empfangen: „Ach Buchwissenschaft, du kennst dich aus mit den aktuellen Programmen der deutschen Verlagslandschaft.“ Und da machte es Klick. Sechs Semester lang hatte ich alles nur Erdenkliche über das „Kulturgut“ Buch gelernt und doch absolut gar nichts mitbekommen. Nicht, wer da in den Verlagen, die Bestandteil vieler Hausarbeiten waren, wirklich publiziert und was inhaltlich heiß in den Feuilletons dieser Republik diskutiert wurde. Im Rückblick betrachtet, war genau das der Wendepunkt, an dem ich beschloss, wieder aktiv zu lesen und nicht nur zu kaufen, weil die Herstellung so gelungen war.

Diesen Aspekt vernachlässige ich bis heute allerdings nicht. Haptik nimmt in meiner Leseerfahrung einen großen Teil ein. Gerade im Bereich des Kunstbuchs könnte ich mich stundenlang mit Farbechtheit, Layout, Typografie, Bindung und Text-Bildbezügen auseinandersetzen. Aus diesem Grund beschloss ich auch zusätzlich noch Kunstgeschichte zu studieren. Mit einem Herz für Printprodukte muss meiner Meinung nach auch der Inhalt verstanden werden, um ihn angemessen in Szene zu setzen. Außerdem bin meine ich, dass gerade das Kunstbuch der Beweis dafür ist, dass Print immer einen Wert besitzen wird, der elektronisch nicht zu ersetzen ist. Die Buchwissenschaft lehrte mich die Herstellung zu sehen, in der Kunstgeschichte habe ich jetzt die Möglichkeit Bilder sehen zu lernen.

Was die meisten in meinem Umfeld erstaunt oder überrascht, ist dass ich nicht nur ein riesiger Fußball-Fan bin, sondern auch Teil des einzigen Mainz 05-Podcasts dieser Welt. Als Hinterhofsänger sind wir fest verwurzelt in der Mainzer Fußball- und Fankultur und sind bei jedem Heimspiel auf der Stehtribüne zu finden. Was von außen eher komisch wirkt, lässt sich schnell auflösen. Fußball ist (genau wie Literatur) Kultur und daher sind diese beiden Themen gar nicht so weit von einander entfernt, wie man denkt. Dass der 1. FSV Mainz 05 im letzten Jahr ein neues Corporate Design erhalten hat und was daran so besonders ist, lässt sich eben nicht nur mit Taktik, Aufstellung und Kaderplanung erklären. In unserem Podcast hat das eben auch seinen Platz und seine Berechtigung und so ergänzen sich meine Interessen perfekt. Auch wenn ich Fußball sehr schätze, bleiben Bücher und Literatur meine große Leidenschaft. Entsprechend froh bin ich, Mitglied im Gutenbuchclub zu sein.

Podcasts bieten dem alten Medium Buch eine neue Präsentationsfläche und sind für mich deswegen auch so faszinierend. Good ol‘ Gutenberg setzt den Rahmen und wir füllen ihn aus. Die Auswahl unserer Bücher orientiert sich streng an unseren persönlichen Interessen und dadurch schaffe ich es, auch am Ball zu bleiben. Denn mal ehrlich: Wer hat schon Lust einen verpflichtenden Literaturkanon zu lesen, nur um auf Partys behaupten zu können, „Krieg und Frieden“ habe das eigene Leben verändert… was übrigens angemerkt nie passiert auf Partys. Bei der Auswahl meines eigenen Lesestoffs achte ich auf Gestaltung, das sollte jetzt klar sein, aber auch auf diverse Autor:innen und Themen. Literatur darf nicht wie die deutsche Fußball-Herren-Nationalmannschaft sein, eher wie Mainz 05: unterschätzt, anders und innovativ.

Geht es dir ähnlich? Dann lies mit und werde Teil des Gutenbuchclubs.

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