„Die Ladenhüterin“ von Sayaka Murata

„Natürlich wünschte ich mir, ein brauchbares, funktionierendes Werkzeug zu sein.“

Keiko Furukura in „Die Ladenhüterin“ von Sayaka Murata, S. 76.

Inhalt

Keiko Furukura beginnt im ersten Semester ihres Studiums in einem Konbini-Laden zu arbeiten. Dort schaut sie sich nicht nur die Routinen zum Befüllen der Supermarktregale ab, sondern auch die Gepflogenheiten im Kontakt mit anderen. Je nach Situation setzt sie eine andere Maske auf. Sie wird zur Ladenhüterin des Konbini, die alle Kund:innen freundlich begrüßt und die Sonderangebote ins rechte Licht rückt. Nach 18 Jahren in derselben Position kann Keiko den Erwartungen ihrer Freundinnen und Familie, die bei jeder Gelegenheit über ihr Leben mitbestimmen wollen, jedoch nicht mehr ausweichen. Erst nachdem ihr arbeitsunwilliger Kollege Herr Shihara gefeuert wird und droht, auf der Straße zu landen, sieht Keiko ihre Chance, die lästige Verwandtschaft zum Schweigen zu bringen.

Rezension

„Die Ladenhüterin“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die lernt, sich von den Erwartungen ihrer Mitmenschen loszusagen. Keiko lebt in festen Abläufen, sie mag das Vorhersehbare. Und je häufiger  ihre Familie und Freunde sie dazu antreiben, „mehr“ aus ihrem Leben zu machen, desto weiter entlarven sie sich selbst. Denn eigentlich sind sie es, die nicht außerhalb des vorhersehbaren, immergleichen Musters „Karriere – Familie – Haus mit Garten“ denken können. Murata lässt zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran, dass Keiko diejenige mit dem weiteren Horizont ist. Sie bleibt sich und der Konstanz ihres Lebens treu und entblößt die Engstirnigkeit derer, die sie „seltsam“ nennen.

Show notes

Wir freuen uns über eure Kommentare und die Diskussion rund um „Die Ladenhüterin“.

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